Essen bei Stress
- Johanna Klein
- 4. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Stress beeinflusst das Essverhalten auf vielfältige Weise. Während manche Menschen unter Stress weniger Appetit verspüren, greifen andere vermehrt zu süßen oder stark verarbeiteten Lebensmitteln. Diese Reaktionen sind keine Frage von Disziplin oder Willenskraft, sondern hormonell gesteuert. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, ein Hormon, das den Energiebedarf kurzfristig erhöht und den Blutzuckerspiegel beeinflusst.
Cortisol sorgt dafür, dass dem Körper schnell Energie zur Verfügung steht. Gleichzeitig kann es die Insulinwirkung verändern und Blutzuckerschwankungen begünstigen. In stressigen Phasen greift der Körper daher bevorzugt auf leicht verfügbare Energiequellen zurück. Werden dann überwiegend Zucker oder Weißmehlprodukte konsumiert, kommt es häufig zu einem schnellen Anstieg und anschließenden Abfall des Blutzuckerspiegels. Müdigkeit, Reizbarkeit und erneuter Hunger sind oft die Folge.
Eine angepasste Ernährung kann helfen, den Körper in Stressphasen besser zu unterstützen. Regelmäßige Mahlzeiten mit einer stabilisierenden Kombination aus komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und gesunden Fetten tragen dazu bei, den Blutzucker möglichst konstant zu halten. Auch die ausreichende Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe ist relevant. Magnesium, B-Vitamine und komplexe Kohlenhydrate spielen eine wichtige Rolle für das Nervensystem und die Stressregulation.
Ziel ist in stressigen Zeiten nicht eine perfekte Ernährung, sondern eine verlässliche Struktur. Verlässliche Mahlzeiten, einfache Gerichte und realistische Erwartungen entlasten den Körper zusätzlich. Gerade bei chronischem Alltagsstress kann eine angepasste Ernährung dazu beitragen, Energieeinbrüche zu reduzieren und das körperliche und mentale Gleichgewicht besser zu stabilisieren.



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