Nach dem emotionalen Essen: Warum Schuldgefühle den Teufelskreis verstärken (und wie du ihn durchbrichst)
- Johanna Klein
- 28. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Es passiert meistens abends, wenn der Alltag zur Ruhe kommt: Der Griff zu Schokolade, Chips oder Keksen passiert fast automatisch. Doch das eigentliche Problem ist oft nicht der Essanfall selbst – sondern das, was in deinen Gedanken kurz danach passiert.
Gedanken wie „Jetzt habe ich es schon wieder ruiniert“ oder „Morgen esse ich gar nichts mehr“ lösen kaskadenartige Reaktionen in deinem Körper aus.
Die Biochemie des Schuldgefühls
Wenn nach dem Essen die Selbstkritik einsetzt, schüttet der Körper Stresshormone (Cortisol) aus. Physiologisch passiert folgendes:
Der Blutzuckerspiegel gerät durcheinander: Cortisol sorgt dafür, dass wieder mehr Energie freigesetzt wird, was spätere Heißhungerattacken begünstigt.
Das Belohnungszentrum verlangt nach Trost: Um das miese Gefühl der Selbstkritik zu dämpfen, sucht das Gehirn nach der schnellsten Belohnungsquelle – meistens wieder hochkalorischem Essen.
Der Restriktions-Teufelskreis: Wer sich am nächsten Tag mit extremen Diäten oder Mahlzeitenverzicht „bestraft“, erzeugt körperlichen Hunger. Dieser trifft am Abend auf emotionale Erschöpfung – ein erneuter Essanfall ist vorprogrammiert.
Erste Hilfe nach einem emotionalen Essanfall
Beende die Bestrafung sofort: Plane für den nächsten Tag ganz normale, ausgewogene und nahrhafte Mahlzeiten ein. Kein Fasten, keine exzessiven Sport-Einheiten zur Kalorienverbrennung.
Praktiziere Selbstmitgefühl (Self-Compassion): Emotionales Essen ist keine Charaktereigenschaft und kein Versagen, sondern ein erlernter Bewältigungsmechanismus für überfordernde Gefühle oder Erschöpfung.
Werde zur neutralen Beobachterin: Frage dich rückblickend ohne Bewertung: Welches Gefühl war vor dem Essen da? War es Einsamkeit, Überforderung, Langeweile oder schlichte Müdigkeit?



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